Würde und Berührbarkeit in Zeiten von Abstandsgeboten: Performances und Stellungnahmen

Ein Projekt der Max Himmelheber-Stiftung in Kooperation mit dem Würdekompass e.V.

Eine Reihe von Beziehungen waren und sind Veränderungen und Einschränkungen unterworfen:

  • Familienangehörige sehen sich z.T. seltener, halten auch untereinander Abstand
  • Freunde bleiben auf Distanz
  • Kinder bleiben zu Hause, sollen auf dem Spielplatz „Abstand halten“
  • Gemeinschaften in Schule, Kindergarten und Verein werden pausiert
  • Ältere in Heimen und Menschen in Krankenhäusern dürfen nicht oder kaum Besuch erhalten
  • Berufe, die auf Berührung basieren, werden eingeschränkt
  • Gruppen in Freizeit, Therapie und Beruf treffen sich nicht mehr oder nur via online Medien
  • Der Blickkontakt und die Mimik zwischen Menschen werden durch eine Maske eingeschränkt

Hier geht es zum Vorstellungsvideo

Die Fragen

Wie verändert das Abstandsgebot unser Miteinander? Inwieweit können Menschen, jetzt und dauerhaft, ihre Würde als Mensch unter Menschen entfalten?

Die Aktion

Diese und weitere Fragen stellen wir Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen u.a. aus den Bereichen Philosophie, Psychologie, Pädagogik, Therapie, Coaching, Tanz und Körperarbeit. Über Fragen möchten wir deine Antworten und Gegenfragen einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen, insbesondere durch online verfügbare Videos und Texte wie auch durch öffentliche Live-Performances. Die Inhalte in Form von Videos, Interviews und Texten werden auf dieser Seite nach und nach veröffentlicht. Öffentliche Performances und Live-Streams werden hier angekündigt, bei Interesse auch per Email.

Was wird benötigt?

Mit einem Interview oder als Künstler dazu beizutragen? Kennen Sie Menschen, die Interesse haben? Dann setzen Sie sich gerne mit uns in Kontakt. Die Max Himmelheber-Stiftung vergibt Projektstipendien an Künstler*innen und führt die Interviews durch. Hier die ausführliche Projektbeschreibung und hier die Ausschreibung (PDF) für die Stipendien.

Kontakt

info[at]wuerdekompass.de
wuerde[at]himmelheber-stiftung.de

„Würde und Berührbarkeit“ ist eine gemeinsame Aktion der Max Himmelheber-Stiftung und des Würdekompass e.V. Sie wird durchgeführt von Frédéric Holzwarth und Michael Beilmann

Das Projekt

Wer mag an Interviews teilnehmen?

Text

Bezogen auf ein grundsätzliches Menschsein

  • Was verändert sich durch diese im Miteinander, in der Gemeinschaft von Familien, Freunden und professionellen Kontakten? Von therapeutischen und pflegenden Kontakten? Von flüchtigen Alltagsbegegnungen? 
  • Was büßen Menschen ein, was lassen sie neu entstehen? 
  • Wird es zu mehr Getrenntsein oder zu mehr Verbundenheit führen? 
  • Wie unterschiedlich sind Wahrnehmung, Erleben, Lebenswelt und persönlicher Umgang? 
  • Wo kann hier tiefe Begegnung entstehen, wo wird sie unterbunden und was bleibt dann? 
  • Was geschieht mit unserem Bild von Miteinander, Gemeinsinn und Gesellschaft?

Bezogen auf gesellschaftliche Entwicklungen

  • Wie ist diese Entwicklung zu betrachten vor dem Hintergrund anderer Prozesse und gesellschaftlichen Veränderungen? 
  • Was bedeutet dies bezogen auf flüchtenden Menschen, die in überfüllten Lagern ausharren müssen?
  • Bezüglich Alltagsrassismus und einem Aufstehen dagegen? 
  • Was folgt auf die Umweltzerstörung, anthropogenem Klimawandel und dem Protest dagegen? 
  • Wo stehen wir durch einen massenhafte Verlust der Arbeits- und Entfaltungsmöglichkeit für zahlreiche Berufe, insbesondere Freiberufler und Menschen, die auf Berührung, Kontakt und Publikum in ihrer Arbeit angewiesen sind? 
  • Folgt auf die Digitalisierung automatisch eine Entfremdung in der Arbeitswelt?
  • Im Verständnis der pluralen Möglichkeiten von Gesundheit und Krankheit, was heißt dann gutes Leben und gutes Sterben? 

Diesem Spektrum an Fragen, Gedanken und Ideen möchten wir in der aktuellen Lage – hier und anderswo, als Mensch unter Menschen lebendig halten und sie spürbar werden lassen. Welche Bedürfnisse, welche Schutzrechte, scheinen hier auf, welche stehen sich gegenüber, zwischen Einzelnen und zwischen der Einzelnen und der Gesellschaft? Kann Würde in Zeiten der Pandemie sowohl im Abstandhalten, dem gegenseitigen Schutz vor Ansteckung, wie auch in der Öffnung und Hinwendung eines Menschen – für und auf andere Menschen hin, in der Berührung verwirklicht werden? Inwieweit können Menschen, jetzt und dauerhaft, ihre Würde als Mensch unter Menschen entfalten?

Hintergrund und Leitfragen

Eigenständigkeit und Begegnung gehören beide zur Doppelnatur des Menschen als Einzelnen und Gegenüber. Die Beziehungsfähigkeit des Menschen und ebenso seine Leiblichkeit bestimmen gemeinsam dessen Würde als etwas, das sich in der unmittelbaren Begegnung verwirklicht – durch Abgrenzung und Kontakt, durch Souveränität und Berührbarkeit.


Würde kann dann als ein inneres Erlebnis wie auch ein Geschehen in der menschlichen Begegnung angesehen werden. Wie Leiblichkeit gleichzeitig ‚Abgrenzung und ständiger Austausch‘ bedeutet, so bedingen sich in der Würde des Menschen auch ‚Souveränität und Berührbarkeit‘ gegenseitig. Der Mensch ist sowohl ein „Zweck an sich selbst“ (Kant) und auch ein „Zweck zum anderen hin“. Mit „Berührbarkeit“ wird somit die Bedeutung der Beziehung für das Individuum deutlich, und sie unterstreicht eine Ganzheitlichkeit von offenen Begegnungsräumen. Begegnung ist spürbar mehr als sich allein ‚Treffen‘ und setzt Berührbarkeit voraus.

In Zeiten der Pandemie erfuhren wir Menschen, wie es sich anfühlt, untereinander auf Abstand zu bleiben und Kontakte außerhalb der Wohngemeinschaft zu minimieren.

Eine Reihe von Beziehungen waren und sind Veränderungen und Einschränkungen unterworfen:

  • Familienangehörige sehen sich z.T. seltener, halten auch untereinander Abstand
  • Freunde bleiben auf Distanz
  • Kinder bleiben zu Hause, sollen auf dem Spielplatz „Abstand halten“
  • Gemeinschaften in Schule, Kindergarten und Verein werden pausiert
  • Ältere in Heimen und Menschen in Krankenhäusern dürfen nicht oder kaum Besuch erhalten
  • Berufe, die auf Berührung basieren, werden eingeschränkt
  • Gruppen in Freizeit, Therapie und Beruf treffen sich nicht mehr oder nur via online Medien
  • Der Blickkontakt und die Mimik zwischen Menschen werden durch eine Maske eingeschränkt
  • Etc.  

Daraus ergeben sich unsere Leitfragen

Bezogen auf ein grundsätzliches Menschsein:

  • Was verändert sich durch diese im Miteinander, in der Gemeinschaft von Familien, Freunden und professionellen Kontakten? Von therapeutischen und pflegenden Kontakten? Von flüchtigen Alltagsbegegnungen?
  • Was büßen Menschen ein, was lassen sie neu entstehen?
  • Wird es zu mehr Getrenntsein oder zu mehr Verbundenheit führen?
  • Wie unterschiedlich sind Wahrnehmung, Erleben, Lebenswelt und persönlicher Umgang?
  • Wo kann hier tiefe Begegnung entstehen, wo wird sie unterbunden und was bleibt dann?
  • Was geschieht mit unserem Bild von Miteinander, Gemeinsinn und Gesellschaft?

Bezogen auf gesellschaftliche Entwicklungen:

  • Wie ist diese Entwicklung zu betrachten vor dem Hintergrund anderer Prozesse und gesellschaftlichen Veränderungen?
  • Was bedeutet dies bezogen auf flüchtenden Menschen, die in überfüllten Lagern ausharren müssen?
  • Bezüglich Alltagsrassismus und einem Aufstehen dagegen?
  • Was folgt auf die Umweltzerstörung, anthropogenem Klimawandel und dem Protest dagegen?
  • Wo stehen wir durch einen massenhafte Verlust der Arbeits- und Entfaltungsmöglichkeit für zahlreiche Berufe, insbesondere Freiberufler und Menschen, die auf Berührung, Kontakt und Publikum in ihrer Arbeit angewiesen sind?
  • Folgt auf die Digitalisierung automatisch eine Entfremdung in der Arbeitswelt?
  • Im Verständnis der pluralen Möglichkeiten von Gesundheit und Krankheit, was heißt dann gutes Leben und gutes Sterben?

Diesem Spektrum an Fragen, Gedanken und Ideen möchten wir in der aktuellen Lage – hier und anderswo, als Mensch unter Menschen lebendig halten und sie spürbar werden lassen. Welche Bedürfnisse, welche Schutzrechte, scheinen hier auf, welche stehen sich gegenüber, zwischen Einzelnen und zwischen der Einzelnen und der Gesellschaft? Kann Würde in Zeiten der Pandemie sowohl im Abstandhalten, dem gegenseitigen Schutz vor Ansteckung, wie auch in der Öffnung und Hinwendung eines Menschen – für und auf andere Menschen hin, in der Berührung verwirklicht werden? Inwieweit können Menschen, jetzt und dauerhaft, ihre Würde als Mensch unter Menschen entfalten?

Diese Fragen stellen wir Wissenschaftler*innen, Praktiker*innen und Künstler*innen und möchten Ihre Antworten und Gegenfragen einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen, insbesondere durch online verfügbare Videos wie auch durch öffentliche Live-Performances.

Wer mag sich als Künstler beteiligen? / EN: How to contribute as artist?

Wir vergeben bis zu 6 Projektstipendien an Künstler*innen, die eine Performance oder Installation zum ausgeführten Thema „Würde und Berührbarkeit – in Zeiten von Abstandsgeboten“ erarbeiten. / EN:
We award up to 6 project grants to artists who work on a performance or installation on the theme “dignity and receptivity in times of distance keeping”.


Zentral ist die Verbindung von Würde des Menschen und Berührbarkeit (physisch, emotional) des Menschen. Es soll eine kritische, künstlerische und persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema verhandelt werden. Die Arbeit sollte öffentlich erlebbar sein, dies ist jedoch nicht zwingend. Falls live, sollte sie per Livestream abrufbar sein. Die Arbeit wird per Video dokumentiert.

Was ist zu tun?

Zeitnah abzuliefern ist ein hochwertiges Video (min. 1280 × 720 Pixel), das die Arbeit in einer angemessenen und künstlerisch anspruchsvollen Weise darstellt, ca. 8-12 min. Dieses Video wird auf dieser Seite online verfügbar gemacht. Ebenso dazu gehören ein Kurz-Interview sowie ein Begleittext zur künstlerischen Einordnung, die ebenfalls hier veröffentlicht werden. Sprache: Deutsch oder Englisch. Bei Englisch, Übersetzung des Begleittextes in Deutsch nötig.

Die Künstler*innen sind für die Ausführung und Fertigstellung komplett selbst verantwortlich. Die Eigentumsrechte des Materials verbleiben bei den Künstler*innen, die Stiftung und der Verein erhalten ein unbeschränktes, nicht kommerzielles Nutzungs- und Verbreitungsrecht unter Nennung der Künstler*innen.

Das Projektstipendium beträgt 750€, bei begründet höherem Bedarf bis 1000€. Die Auszahlung erfolgt hälftig mit der Zusage und mit der Ablieferung des Video- und Textmaterials. Die Fertigstellung soll so früh wie möglich, spätestens bis 30.11.2020 erfolgen. Die Stipendien können schon vor Ende der Frist vergeben werden. Sie sind nicht steuerfrei.

EN: What to do?

We award up to 6 project grants to artists who work on a performance or installation on the theme “dignity and receptivity in times of distance keeping”.

The central point is the connection between human dignity and human receptivity (physical, emotional). A critical, artistic and personal examination of the topic should be negotiated. The work should be shown publicly, but this is not mandatory. If live, it should be available via live stream. The work is to be videographed.

A high-quality video (min. 1280 × 720 pixels) that depicts the work in an appropriate and artistically demanding manner shall be delivered promptly, duration approx. 8-12 min. This video will be made available online on the project page. This also includes a short interview and an accompanying text on the artistic placement, which will also be published online. Language: German or English. In the case of English, the accompanying text needs to be translated into German.

The artists are completely responsible for the execution and completion. The property rights of the material remain with the artists, the Max Himmelheber-Stiftung (foundation) and the Wuerdekompass e.V. (association) receive an unrestricted, non-commercial right of use and distribution, naming the artists.

The project grant is € 750, or up to € 1000 if need is justified. Half of the payment is made with the acceptance and the other half with the delivery of the video and text material. The completion should take place as early as possible, at the latest by November 30th, 2020. The grants can be awarded before the deadline. They are not tax exempt.


Bewerbung / EN: Application

Die Bewerbungsfrist ist abgelaufen. EN: The application is closed.


Bei Fragen / in case of questions contact: wuerde[at]himmelheber-stiftung.de


Hier werden die Beiträge erscheinen