Der Vorstand

Einstieg für Ausstieg und auf zu neuen Ufern - Gemeinsam sind wir zu fünft im Februar 2019 in ein halbfertiges Boot gestiegen, um dieses mit dem Namen „Vorstand Würdekompass e.V.“ mit Farbe im Außen und Polster im Innen aus zu gestalten. Dabei konnten wir viele Wellen bewältigen, Strudeln ausweichen und haben auch noch für Reparaturarbeiten sehr viel Zeit aufgebracht.

Auf der stürmischen See haben sich viele Kajaks, Kanus, Ruder- und Segelboote zu einer Flotte zusammengeschlossen, andere haben wir verloren und manche konnten wir im Nebel auch nicht erkennen. Nun steigen zwei Menschen aus dem Boot aus. In Transparenz für dich und alle Interessierten teilen wir die Beweggründe, um einen für alle würdevollen Abschied zu ermöglichen sowie andere Interessierte zu animieren die freien Plätze einzunehmen. (Barbara bat darum Ihren Text zu veröffentlichen, dem sind wir nachgekommen in Ergänzung unserer persönlichen Wahrnehmungen - es geht um Transparenz und weniger um Eindruck!)

Lieber Holger, liebe Barbara - zuerst: DANKE euch beiden. Yvonne, Steffi und Michael danken euch von Herzen für euer Sein und euren Einsatz. Deine kritische Worte haben uns weitergebracht und dir Holger danken wir für deine Wertschätzung im Loslassen.

Barbara: Erklärung zu meinem Rücktritt aus dem kommissarischen Vorstand des Würdekompass e.V. als Schriftführerin

Ich bin vom Posten der Schriftführerin im kommissarischen Vorstand des Würdekompass e.V. zurückgetreten. Dieser Schritt fiel mit schwer, bin ich doch mit viel Enthusiasmus und Engagement angetreten, die Bewegung und den Verein mit meinem Wissen und meinen Fähigkeiten zu unterstützen. Leider hat sich für mich die Arbeit im Vorstand immer schwieriger gestaltet. Innerhalb des Vorstandes nehme ich sich wiederholende Muster wahr, die die Arbeit und Zuarbeit durch engagierte Menschen behindern oder sogar ausbremsen, mit der Folgen, dass diese sich frustriert vom Würdekompass abwenden, obwohl sie eigentlich hoch engagiert für das so wichtige Thema Würde unterwegs sind. Da sich diese Muster – trotz wiederholter Hinweise – nicht änderten und meines Erachtens wiederholt die Arbeit engagierter Menschen nicht gesehen oder blockiert wurde, sehe ich die Vertrauensbasis für mich im Vorstand als nicht mehr gegeben und zurzeit keine andere Möglichkeit als den Schritt des Ausscheidens aus dem Vorstand zu gehen. Ich wünsche mir von Herzen, dass sich alle Akteure im Würdekompass e.V. vertrauensvoll, konstruktiv und kreativ dem Thema Würde nähern und dass aus dem Verein tatsächlich eine Bewegung wird. Meinen Teil werde ich als „normales“ Vereinsmitglied beitragen. Vom verbliebenen Vorstand erwarte ich die zeitnahe Einladung zur einer ordentlichen Mitgliederversammlung auf der die Wahl eines geschäftsführenden und erweiterten Vorstandes erfolgen soll.

Rückmeldung Michael (1. Vorsitzender): Liebe Barbara,  du trittst wegen mir zurück - um das für alle klar zu sagen. Und, ich nehme die Verantwortung zu mir, stehe weiter und auch gerne zu meinem Muster, meine Vision "meiner inneren Sehnsucht würdevoll Raum geben" mit denen zu teilen und weiterzuentwickeln, die ‚euphon‘* darauf reagieren. Durch langjährige Selbstreflexion teile ich nach knapp drei Jahren mit allen die neun Einsichten, die ich final durch dein Statement zu meinem persönlich nächsten Schritt meiner eigenen Würde gehen durfte. Danke dir…

Titel: Ich verlasse die Kakophonie* der vielen Fremdansprüche, denn…
(*Laute und Geräusche,die besonders hart, unangenehm oder unästhetisch klingen. Das Gegenteil ist Euphonie. In der Musik werden häufig Dissonanzen als kakophon bezeichnet und empfunden)

  1. Ich allein bin verantwortlich für meinen inneren Widerstand.  
  2. Eine jede Botschaft eines Anderen ist neutral und räsoniert allein mit meiner Verletzung bzw.     Lebensbalance.
  3. Ein jeder ist mit Wohlwollen unterwegs, oft verdeckt Angst und Verletzung diese Haltung.
  4. Ein jeder Mensch stellt ein Konglomerat aus Unsicherheit dar. Sein Schwert, Altruismus oder     Gutmenschentum sind Ausdrücke dieser gleichen Quelle.
  5. Jeder Vorwurf an jemand Anderen verdeutlicht die eigene Unfähigkeit seine Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.
  6. Koalitionen für Wandel in Vorwurf gegenüber einem anderen, stellen oft eher Hilflosigkeit dar, persönlich allein aufrecht zu stehen.
  7. Sich in seiner Einsamkeit zu begegnen ist die Schule des Mensch-Seins, um das erfüllende Alleinsein zu lernen.
  8. Jegliche Interpretation dessen was wahrgenommen wird, ist nur ein Funke des Möglichen und wird unbewusst als die eine ‚richtige‘ Welt betrachtet.
  9. Diejenigen, deren Vision von etwas, sich noch im Werden befindet, machen andere oft dafür verantwortlich, wenn diese für ihre Vision gehen.

Kurz, der Umkehrschluss meiner neun Einsichten lautet für mich: „sich als Opfer durch das Leben zu bewegen“ und Wirte zu finden, die Opfer der Opfermentalität werden. (Lasst uns gerne über diese Thesen in den Austausch kommen).

Herzlichst Michael

Rückmeldung Yvonne (3. Vorsitzende)

Liebe Barbara danke für das formulieren Deiner Empfindungen. Möchtest Du das wirklich so auf der HP ? Wenn ich deine Worte lese, nehme ich ein verletztes Wesen wahr,das nicht gekriegt hat was es wollte. Das habe ich auch in deiner letzten an Michael (hier nicht ausgeführt) sehr stark wahrgenommen. Ich kenne diesen Wesensteil, wie wahrscheinlich die meisten, auch in mir.

Dieser Wesensteil lagert die persönliche Verletzung - nicht gesehen/ gehört zu werden -auf andere aus. Ist das wirklich der Teil, der sich bedingungslos ohne  Erwartung, für das Thema Würde engagiert? Ist es nicht eher so, dass sich dieser Wesensteil einen würdigen Umgang wünscht um nicht mit seinen Verletzungen in Berührung zu kommen? Der Wesensteil, der will das andere sich so verhalten (verstellen), das ja der verletzliche Teil nicht berührt wird? Ist das der Wesensteil, der uns hilft den Frieden die Freude und die Liebe in uns zu kultivieren? - bei mir definitiv nicht.

Ich habe in der Zeit mit Dir, und durch den Austausch jedoch auch einen anderen Teil von Dir kennengelernt. Einen Anteil, der den Mut hat in die Selbstverantwortung zugehen und sich zu öffnen. Einen Anteil, der den Mut hat für die Verletzlichkeit da zu sein und die Verantwortung nicht auslagert und bestimmt wie etwas zu sein hat - das ist die Macht der Machtlosen. Ich habe nichts dagegen den Text, wie er von dir Barbara geschrieben wurde, auf der HP zu sehen. Doch ich würde mich für Dich freuen, wenn es ein Text würde, der Ausdruck des Teiles in Dir ist,der die Bereitschaft hat die volle Verantwortung für das eigene Erleben zutragen.

In tiefer Verbundenheit
Yvonne

Rückmeldung Steffi (Schatzmeisterin)

Liebe Barbara, lieber Holger, ich danke euch beiden für die gemeinsame Zeit in der Gruppe "Vorstand".Ich kann nachvollziehen, dass es Dinge gibt, die uns ausbremsen, stören, die eine Zusammenarbeit erschweren...in diesen Situationen fragte ich mich, was bedeutet es jetzt für mich, im Bewusstsein der eigenen Würde zu leben? Was sagt mein persönlicher Würdekompass dazu? Was bedeutet das für unser Miteinander?

Ich denke heute, wenn mich etwas stört, ausbremst, wenn ich enttäuscht bin, dann ist das ganz allein mein Problem. Warum lass ich mich denn ausbremsen?Was hindert mich daran, mich nicht ausbremsen zu lassen? Erwarte ich,dass der andere sich meiner Arbeitsweise anpasst; dass der andere sich ändert,damit es mir besser geht; dass der andere sich verstellt, damit ich nicht enttäuscht bin; dass der andere etwas tut, damit ich mich gesehen fühle? .....

Das heißt für mich zuerst - ich hinterfrage mich; ich steh für mich selbst ein;bring die Dinge, Ideen usw., die mich beschäftigen, die mir wichtig sind, auf den Tisch; gehe in den Austausch. Wenn ich mir meiner Würde bewusst bin und entsprechend meinem inneren Würdekompass vertraue, werde ich das ohne Erwartungen tun können. Ohne mich oder den anderen zu verletzen - weil ich dann intuitiv die richtige Art und Weise finde. Auf dem Weg zu unserem Bewusstsein eigener Würde, begegnen wir uns mit bedingungslosem Vertrauen. Danke dir und euch allen für diese Erkenntnisse auf unserem gemeinsamen Weg! Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Euch außerhalb der Gruppe"Vorstand".

Herzliche Grüße,
Steffi

Michael Beilmann

1. Vorsitzender

Wie fühlt sich die Aufgabe des 1. Vorstandes für dich an bzw. wie siehst du dich in dieser Rolle?
Ich fühle mich beschenkt und dankbar mit so vielen tollen Menschen an diesen so wichtigen Aufgaben mitgestalten zu können – und dies auf einer so tiefen Basis. Einfach spannend, anregend und herausfordernd.

Was ist deine Vision für den Würdekompass?
Meine Vision findet sich in der Satzung des Vereins wieder. Durch co-kreatives Miteinander dazu beitragen, dass wir als Mitgestalter des Würdekompass wahrlich nicht die Welt retten können, sondern allein unsere - über die Einzelinteressen hinausgehende Bewusstsein - Möglichkeiten nutzen, um in unserem jeweiligen Wirkungsfeld würdevoller miteinander umzugehen. So wird aus vielen individuellen Gemeinschaften und Vernetzungen ein gemeinsamer Transformationsprozess.

Du hast die Initiative mit ins Leben gerufen, jetzt gibt es den Verein – was gibt dir die Energie für dein hohes Engagement und kontinuierliches Weitermachen?
Alle meine bisherigen beruflichen und verschiedenen freiwilligen Aktivitäten waren von Interessen gesteuert. Jede Organisation, jedes Unternehmen nahm dabei für sich eine eigene Identität in Anspruch, grenzte sich ab und lebte dadurch das dualistische und konkurrierende Paradigma.

Durch die Ausführungen von Gerald (Hüther) vermag ein Bewusstsein von Würde etwas verbinden, ein energetisches Feld aufbauen, das über die jeweiligen Selbstbilder hinausgeht. In der Entdeckung seiner eigenen Würde verbinden wir uns als Menschen in den jeweiligen Stärken und Schwächen. Was kann denn schöner sein, als sich dafür zu engagieren?

Yvonne Nagel

3. Vorsitzende

Das Buch von Gerald Hüther hat sie inspiriert, sich mehr und mehr mit Würde auseinanderzusetzen. Ihr Engagement im Würdekompass bedeutet für sie, einen Beitrag zu leisten zum Erhalt der Vielfalt und des Reichtums des Lebens auf der Erde. Das liegt ihr sehr am Herzen und es kann in ihren Augen nur durch die (Wieder-) Entdeckung von Würde des Menschen und der Änderung der inneren Haltung, nachhaltig erreicht werden.

Würde was ist das?
Ich weiß es nicht, denn sobald ich denke jetzt weiß ich’s verliere ich sie im selben Moment «meine Würde». Doch ich kann meine Wahrnehmung schildern, die sich in jedem Moment wandelt. Es bedeutet für mich, dass ich das, was sich in jedem Moment in mir zeigt nicht abwerte, sondern in einer offenen Haltung akzeptiere (was nicht bedeutet das ich es gut heißen muss). Gefühle, Gedanken und Empfindungen kommen und gehen ohne mein Zutun. Das was sich in mir bewegt ist meine individuelle Erfahrung und formt mein individuelles Leben. Meine einzigartige, individuelle und unvergleichbare Persönlichkeit.
Mein Einfluss darauf ist relativ gering. In meiner Erfahrung beschränkt sich mein Einfluss auf die Art und Weise wie ich im Vergleich mit anderen Individuen darauf reagiere. Wir haben gelernt, sprich wir westlichen Menschenkinder wurden geprägt, uns im Vergleich mit anderen, entweder ab- oder aufzuwerten. Wobei Abwertung um einiges populärer ist. Schmerzlich ist beides wenn auch unbewusst. Warum? Unserer Individualität ist auf einer horizontalen Ebene mit allen anderen. Sobald wir ab- oder aufwerten wechseln wir in die Vertikale stellen uns unter – über andere und entfernen uns von unserer Essenz (wir verleugnen uns, Schmerz stellt sich ein). Wir sind unfähig für uns zu sorgen und erwarten von anderen das sie uns geben was wir brauchen. Abhängigkeit entsteht und daraus Manipulation und Missbrauch (der Schmerz wird ständig bestätigt). Wenn wir jedoch den Vergleich nutzen uns klarer zu werden was uns ausmacht, unserer Individualität zu festigen, uns in Ihr zu entwickeln, bleiben wir auf der Horizontalen (wir bleiben uns treu, Zufriedenheit stellt sich ein). Wir werden zu Selbstversorgern und daher frei von Ansprüchen an andere. Wir würdigen unsere Individualität und die aller anderen. Ist das nun Würde? Ich weiß es nicht es fühlt sich einfach gut an.    

Steffi Abu Salah

Schatzmeisterin

Wozu engagierst du dich im Würdekompass?
Seit ich auf dem Weg bin, mir meiner eigenen Würde bewusster zu werden, fühlen sich viele Dinge für mich mehr und mehr stimmig an. Ich fühle das Wachsen einer inneren Stärke, ich fühle mich freier, Ängste des täglichen Lebens beginnen zu verschwinden, Vertrauen in das Leben entsteht.

Doch auf einmal tut es auch bis tief ins Innere weh zu sehen, wie würdelos viele Menschen miteinander und mit sich selbst umgehen, zu erkennen, was viele Eltern ihren Kindern antun, zu sehen, dass so viele Menschen krank werden, zu sehen, wie der Mensch die Natur und somit seine Lebensgrundlage zerstört. Meine Erkenntnis – wie das Bewusstwerden der eigenen Würde uns Menschen positiv verändern kann – stimmt mich trotz aller Schwierigkeiten in unserer Gesellschaft optimistisc. Das Bewusstwerden der eigenen Würde gibt uns die Chance, unser Leben zu verändern.

Mit meinem Engagement im Würdekompass möchte ich Menschen "aufwecken" (einladen, inspirieren und ermutigen), sich ihrer eigenen Würde wieder bewusster zu werden, sich auf die Suche nach ihrem inneren Würdekompass zu begeben – und somit hoffentlich auch ähnlich positive Erfahrungen für sich selbst zu erleben wie ich und dadurch auch im Miteinander. Somit verändern sich langsam die Werte und dann auch das Miteinander in unserer Gesellschaft.

Was sagst du anderen, um Ihnen die Aktivitäten des Würdekompass vorzustellen?
Ich nehme als Einstieg immer den Satz aus unserer Satzung: „Eine Bewegung zur Stärkung des Empfindens, der Vorstellung und des Bewusstseins menschlicher Würde. Nicht nur in der Theorie, sondern im täglichen Zusammenleben.“

Wenn wir uns unserer eigenen Würde wieder bewusster werden, gehen wir mit uns und anderen auch wieder würdevoller um. Durch Austausche und Aktionen in Würdekompass- und in Themenkompassgruppen laden wir Menschen ein, sich ihrer eigenen Würde wieder bewusster zu werden und dieses dann nach außen - in ihre Familien, Nachbarschaft, Kollegen zu tragen. Das betrifft die verschiedensten Themen des Alltags.  So entsteht eine Bewegung, um in unserer Gesellschaft das Bewusstsein für unseren inneren Würdekompass, das Empfinden und die Vorstellung von Würde zu stärken.

Was zeichnet dich aus?
Mein Engagement kommt aus ganzem Herzen – ich stehe voll und ganz hinter dem was wir im Würdekompass tun und bin dankbar für unser tolles Miteinander.

Wege, sich zu engagieren

Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der als Initiative auf viele helfende Hände angewiesen ist. Von der eigenen Mitarbeit über Partnerschaften und finanzieller Unterstützung. Denn nur gemeinsam können wir uns zu einer wirkungsvollen Bewegung entwickeln.

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