Der Vorstand

Michael Beilmann

1. Vorsitzender

Wie fühlt sich die Aufgabe des 1. Vorstandes für dich an bzw. wie siehst du dich in dieser Rolle?
Ich fühle mich beschenkt und dankbar mit so vielen tollen Menschen an diesen so wichtigen Aufgaben mitgestalten zu können – und dies auf einer so tiefen Basis. Einfach spannend, anregend und herausfordernd.

Was ist deine Vision für den Würdekompass?
Meine Vision findet sich in der Satzung des Vereins wieder. Durch co-kreatives Miteinander dazu beitragen, dass wir als Mitgestalter des Würdekompass wahrlich nicht die Welt retten können, sondern allein unsere - über die Einzelinteressen hinausgehende Bewusstsein - Möglichkeiten nutzen, um in unserem jeweiligen Wirkungsfeld würdevoller miteinander umzugehen. So wird aus vielen individuellen Gemeinschaften und Vernetzungen ein gemeinsamer Transformationsprozess.

Du hast die Initiative mit ins Leben gerufen, jetzt gibt es den Verein – was gibt dir die Energie für dein hohes Engagement und kontinuierliches Weitermachen?
Alle meine bisherigen beruflichen und verschiedenen freiwilligen Aktivitäten waren von Interessen gesteuert. Jede Organisation, jedes Unternehmen nahm dabei für sich eine eigene Identität in Anspruch, grenzte sich ab und lebte dadurch das dualistische und konkurrierende Paradigma.

Durch die Ausführungen von Gerald (Hüther) vermag ein Bewusstsein von Würde etwas verbinden, ein energetisches Feld aufbauen, das über die jeweiligen Selbstbilder hinausgeht. In der Entdeckung seiner eigenen Würde verbinden wir uns als Menschen in den jeweiligen Stärken und Schwächen. Was kann denn schöner sein, als sich dafür zu engagieren?

Holger de Buhr

2. Vorsitzender

Welche 3 wertvollen Eigenschaften hast du durch schmerzende Erfahrungen entwickelt?
a) Keine Gewalt auszuüben
b) Klar und direkt zu sein
c) Mir meiner Würde bewusst zu werden und bei mir zu bleiben

Wofür wärst du bereit zu sterben?
Wenn meine Frau und meine Familie bedroht würden

Warum bist du im Würdekompass aktiv?
Weil ich in einer von Ideologien-, Macht-, Partei- und Profitfreien Initiative ein kleines Stück zu einer würdevolleren Gesellschaft beitragen möchte.

»Als ich Holger das erste Mal sah, hatte ich sofort ein innerliches Bild von „Fels in der Brandung“ in mir. Ein stattlicher Kerl, mit tiefer und klarer Stimme und ebenso tiefen Gedanken. Er hat schon eine Menge gesehen und erlebt, doch jede dieser Erfahrungen hat ihm Eigenschaften geschenkt, die ihn heute ausmachen. Ich schätze an ihn, seine Klarheit und Direktheit, erlebe ihn als Friedenstifter und Vermittler von gewaltfreiem Leben. Für seine Frau und Familie würde er jeden Berg versetzen. Im Zusammenwirken mit Holger erlebe ich gleichzeitig sein tiefstes Anliegen in seinem Einsatz für den Würdekompass, nämlich in einer Ideologien-, Macht-, Partei- und Profitfreien Initiative, zu einer würdevolleren Gesellschaft beizutragen.«

Yvonne Nagel

3. Vorsitzende

Das Buch von Gerald Hüther hat sie inspiriert, sich mehr und mehr mit Würde auseinanderzusetzen. Ihr Engagement im Würdekompass bedeutet für sie, einen Beitrag zu leisten zum Erhalt der Vielfalt und des Reichtums des Lebens auf der Erde. Das liegt ihr sehr am Herzen und es kann in ihren Augen nur durch die (Wieder-) Entdeckung von Würde des Menschen und der Änderung der inneren Haltung, nachhaltig erreicht werden.

Würde was ist das?
Ich weiß es nicht, denn sobald ich denke jetzt weiß ich’s verliere ich sie im selben Moment «meine Würde». Doch ich kann meine Wahrnehmung schildern, die sich in jedem Moment wandelt. Es bedeutet für mich, dass ich das, was sich in jedem Moment in mir zeigt nicht abwerte, sondern in einer offenen Haltung akzeptiere (was nicht bedeutet das ich es gut heißen muss). Gefühle, Gedanken und Empfindungen kommen und gehen ohne mein Zutun. Das was sich in mir bewegt ist meine individuelle Erfahrung und formt mein individuelles Leben. Meine einzigartige, individuelle und unvergleichbare Persönlichkeit.
Mein Einfluss darauf ist relativ gering. In meiner Erfahrung beschränkt sich mein Einfluss auf die Art und Weise wie ich im Vergleich mit anderen Individuen darauf reagiere. Wir haben gelernt, sprich wir westlichen Menschenkinder wurden geprägt, uns im Vergleich mit anderen, entweder ab- oder aufzuwerten. Wobei Abwertung um einiges populärer ist. Schmerzlich ist beides wenn auch unbewusst. Warum? Unserer Individualität ist auf einer horizontalen Ebene mit allen anderen. Sobald wir ab- oder aufwerten wechseln wir in die Vertikale stellen uns unter – über andere und entfernen uns von unserer Essenz (wir verleugnen uns, Schmerz stellt sich ein). Wir sind unfähig für uns zu sorgen und erwarten von anderen das sie uns geben was wir brauchen. Abhängigkeit entsteht und daraus Manipulation und Missbrauch (der Schmerz wird ständig bestätigt). Wenn wir jedoch den Vergleich nutzen uns klarer zu werden was uns ausmacht, unserer Individualität zu festigen, uns in Ihr zu entwickeln, bleiben wir auf der Horizontalen (wir bleiben uns treu, Zufriedenheit stellt sich ein). Wir werden zu Selbstversorgern und daher frei von Ansprüchen an andere. Wir würdigen unsere Individualität und die aller anderen. Ist das nun Würde? Ich weiß es nicht es fühlt sich einfach gut an.    

Steffi Abu Salah

Schatzmeisterin

Wozu engagierst du dich im Würdekompass?
Seit ich auf dem Weg bin, mir meiner eigenen Würde bewusster zu werden, fühlen sich viele Dinge für mich mehr und mehr stimmig an. Ich fühle das Wachsen einer inneren Stärke, ich fühle mich freier, Ängste des täglichen Lebens beginnen zu verschwinden, Vertrauen in das Leben entsteht.

Doch auf einmal tut es auch bis tief ins Innere weh zu sehen, wie würdelos viele Menschen miteinander und mit sich selbst umgehen, zu erkennen, was viele Eltern ihren Kindern antun, zu sehen, dass so viele Menschen krank werden, zu sehen, wie der Mensch die Natur und somit seine Lebensgrundlage zerstört. Meine Erkenntnis – wie das Bewusstwerden der eigenen Würde uns Menschen positiv verändern kann – stimmt mich trotz aller Schwierigkeiten in unserer Gesellschaft optimistisc. Das Bewusstwerden der eigenen Würde gibt uns die Chance, unser Leben zu verändern.

Mit meinem Engagement im Würdekompass möchte ich Menschen "aufwecken" (einladen, inspirieren und ermutigen), sich ihrer eigenen Würde wieder bewusster zu werden, sich auf die Suche nach ihrem inneren Würdekompass zu begeben – und somit hoffentlich auch ähnlich positive Erfahrungen für sich selbst zu erleben wie ich und dadurch auch im Miteinander. Somit verändern sich langsam die Werte und dann auch das Miteinander in unserer Gesellschaft.

Was sagst du anderen, um Ihnen die Aktivitäten des Würdekompass vorzustellen?
Ich nehme als Einstieg immer den Satz aus unserer Satzung: „Eine Bewegung zur Stärkung des Empfindens, der Vorstellung und des Bewusstseins menschlicher Würde. Nicht nur in der Theorie, sondern im täglichen Zusammenleben.“

Wenn wir uns unserer eigenen Würde wieder bewusster werden, gehen wir mit uns und anderen auch wieder würdevoller um. Durch Austausche und Aktionen in Würdekompass- und in Themenkompassgruppen laden wir Menschen ein, sich ihrer eigenen Würde wieder bewusster zu werden und dieses dann nach außen - in ihre Familien, Nachbarschaft, Kollegen zu tragen. Das betrifft die verschiedensten Themen des Alltags.  So entsteht eine Bewegung, um in unserer Gesellschaft das Bewusstsein für unseren inneren Würdekompass, das Empfinden und die Vorstellung von Würde zu stärken.

Was zeichnet dich aus?
Mein Engagement kommt aus ganzem Herzen – ich stehe voll und ganz hinter dem was wir im Würdekompass tun und bin dankbar für unser tolles Miteinander.

Barbara Westphal

Schriftführerin

Sie ist glücklich und im »Flow« in Ihrem Garten und im zusammen Sein mit Ihrer Familie. Außer der Farbe Ihrer Augen mag Sie an sich die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, in schwierigen Situationen zu vermitteln und kompliziertes einfach zu machen.
Es macht Sie traurig, wenn vor allem junge Menschen keine Perspektive haben oder finden, wenn Ihr nahestehende Menschen in sich gefangen sind und sie daneben steht und nichts tun kann.
Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und ein auf beiden Seiten anregender, ohne Wertung stattfindender Austausch erfüllt sie mit tiefer Zufriedenheit.

Meine Würde, der Würdekompass und ich - Ein Erfahrungsbericht
Im April 2018 erlebte ich einen Vortrag von Gerald Hüther, Gabriele Frick-Baer und Udo Baer in der Berliner Urania. Thema: Die Würde. Tief berührt war ich nach der Veranstaltung und beschloss gemeinsam mit meiner Tochter tätig zu werden und eine Würdekompassgruppe ins Leben zu rufen. Seit dem Sommer 2018 treffen wir uns in unserer Gruppe, tauschen uns über die Würde und unsere mehr oder weniger würdevollen Erlebnisse aus und planen kleine Veranstaltungen, um Impulse für ein würdevolleres Miteinander zu setzen.
Der inspirierende Kontakt und Austausch zu und mit Michael Beilmann hat mich bewogen, mich über die Berlin-Britzer Gruppe hinaus für den Würdekompass zu engagieren. Und so fuhr ich nach Bielefeld zur Gründungsveranstaltung des Würdekompass e.V.
Mit einem Posten im Vorstand kam ich wieder nach Hause, bereit, einen Teil meiner Zeit diesem für mich so wichtigen Thema zu widmen. Viele Jahre bin ich in unterschiedlichen Bereichen ehrenamtlich tätig gewesen und war eigentlich der Meinung, dass ich in meinem Leben genug in diesem Bereich geleistet hätte. Was hat mich nun dazu bewogen, diese Meinung zu ändern? Die Menschen, die ich in Bielefeld getroffen und kennengelernt habe, das gemeinsame Thema mit dem ernsthaften Anliegen, einen Beitrag zu einem würdigeren Umgang miteinander über eine Würdekompassgruppe hinaus zu leisten sind ein Grund. In der Auseinandersetzung mit vielen aus der Gründungsgruppe, mit den Menschen, die kommissarisch im Vorstand sind, habe ich etwas gefunden, was ich den anderen Bereichen meiner ehrenamtlichen Tätigkeiten oft vermisst habe: Vertrauen. Vertrauen, dass wir gemeinsam für etwas so Wichtiges stehen. Wir sind nicht immer einer Meinung, wir reiben uns aneinander, wir ärgern uns auch mal übereinander. Doch gab es für mich bisher nichts, was dieses Vertrauen in Frage gestellt oder zerstört hätte. Im Gegenteil: Durch unsere Auseinandersetzungen ist unser Verständnis füreinander tiefer geworden, das Vertrauen ineinander gestärkt worden. Dieses gestärkte Vertrauen und die tiefe Überzeugung, dass wir auf einem guten Weg sind (wohin er auch führen mag), sind weitere Gründe für mein Engagement.

Wege, sich zu engagieren

Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der als Initiative auf viele helfende Hände angewiesen ist. Von der eigenen Mitarbeit über Partnerschaften und finanzieller Unterstützung. Denn nur gemeinsam können wir uns zu einer wirkungsvollen Bewegung entwickeln.

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